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capital

Private im Vergleich

(vom 03.03.1998)

Vergleich 1997


Neuer Vergleich von CAPITAL
Wer am Abschluß eines Versicherungsvertrages mit einem Unternehmen der Privaten Krankenversicherung (PKV) interessiert ist steht vor einer schwierigen Wahl: Mehr als 100 PKV-Unternehmen, von denen knapp 50 bundesweit Versicherungsschutz anbieten, sind in Deutschland tätig; sie bieten Tausende von einzelnen Tarifbausteinen zur Absicherung der unterschiedlichen mit dem möglichen Eintritt von Krankheit und Arbeitsunfähigkeit zusammen- hängenden finanziellen Risiken an. Selbst Insidern aus den Unternehmen und Versicherungs- maklem fällt es schwer, immer den Überblick zu behalten. Verbraucherinforrnationen, die von unabhängigen Dritten, wie zum Beispiel Wirtschaftsmagazinen, erstellt werden, nehmen daher eine wichtige Funktion war: Sie reduzieren die Fülle der Informationen auf das Wesentliche, so daß dem Verbraucher eine sachgerechte, nicht nur auf Zufallswissen gestützte, Entscheidung erleichtert wird.

Bevor es zum Abschluß eines Krankenversicherungsvertrages kommt sollte der Verbraucher sowohl Informationen über die Krankenversicherungsprodukte als auch über die Krankenversicherung- unternehmen verarbeitet haben: 

Daß er Informationen über Krankenversicherungsprodukte, also Tarife, benötigt, ist unmittelbar einsichtig: Denn die Bedürfnisse der Verbraucher, sind unterschiedlich, so daß für verschiedene Versicherungsinteressenten ganz unterschiedliche Tarife interessant sein können - der eine ist mehr an einem günstigen Beitrag, für den er eine medizinisch ausreichende Versorgung haben möchte, interessiert, der andere zahlt lieber etwas mehr, will dafür aber im Bedarfsfall auf jeden Fall eine Spitzenversorgung von seiner Versicherung finanziert bekommen. Vergleichbare Tarife unter- scheiden sich im Preis-Leistungs-Verhältnis zwischen den einzelnen PKV-Unternehmen. Aus der Vielzahl der Produkte gilt es also diejenigen auszuwählen, die den individuellen Bedürfnissen entsprechen und zugleich ein günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis aufweisen. 

Allerdings kann zur Beurteilung des Preis-Leistungs-Verhältnisses nicht nur der momentane Beitrag herangezogen werden. Denn dieser hängt auch vom Rhythmus der Beitragsanpassungen ab, die die Krankenversicherungsunternehmen wegen der Kostensteigerungen im Gesundheitswesen notwendigerweise vornehmen müssen. Vielmehr ist eine langfristige Betrachtung notwendig. 

Wegen der Notwendigkeit einer langfristigen Betrachtung sollten in die Entscheidung des Versicherungsinteressenten auch Informationen über Krankenversicherungsunternehmen einfließen. Das Versicherungsverhältnis in der privaten Krankenversicherung ist auf Langfristigkeit angelegt: 

Der Beitrag, den jüngere PKV-Versicherte zahlen, ist spürbar höher, als die Krankheits- und Verwaltungskosten, die sie verursachen. Aus dem Unterschiedsbetrag wird eine "Alterungsrückstellung" für den persönlichen Krankenversicherungsbeitrag im Alter aufgebaut; die Versicherung wird also mit einem Ansparvorgang verbunden. Diese Ersparnis geht verloren, wenn der Versicherte das Krankenversicherungsunternehmen nach einigen Jahren wechseln will. Zudem wird das "neue" Unternehmen erneut eine Gesundheitsprüfung vomehmen und für inzwischen eingetretene Erkrankungen einen Risikozuschlag erheben wollen. Für ältere Versicherte ist ein Wechsel des PKV-Unternehmens in den meisten Fällen daher nur mit finanziellen Verlusten möglich. Der Versicherte bindet sich daher in der Regel langfristig an sein Krankenversicherungs- unternehmen. Deswegen erscheint es ausgesprochen sinnvoll, sich (neben der sicher im Vorder- grund stehenden Orientierung an den Tarifen) auch einen Überblick über die vergleichsweise Leistungsfähigkeit der PKV-Unternehmen zu verschaffen.

Das Untemehmens-Rating, also die vergleichende Bewertung zentraler wirtschaftlicher Sachverhalte der Unternehmen, kann dem Versicherungsinteressenten Införmationen über die vergleichsweise Leistungsfähigkeit der untersuchten Krankenversicherungsunternehmen geben. 

Wenn ein solches Rating brauchbare Ergebnisse liefern soll, müssen allerdings (neben "selbstverständlichen" Anforderungen wie Nachvollziehbarkeit und Genauigkeit des Ratings) insbesondere zwei Voraussetzungen erfüllt sein: 

Problemangemessene Auswahl und Definition der Kennzahlen:  

Die Bewertung der Unternehmen erfolgt anhand von Kennziffern, die in aller Regel aus den veröffentlichten Geschäftsberichten, der Bilanz oder der Gewinn- oder Verlustrechnung der Unternehmen abgeleitet werden. Untemehmensinteme Kennziffern sind teilweise sicherlich aussagekräftiger, stehen aber in aller Regel nicht für die Öffentlichkeit zur Verfügung uns sind schwer miteinander zu vergleichen.

Ein Rating führt nur dann zu sinnvollen Ergebnissen, wenn die "richtigen" Kennziffern auswählt werden. Häufig bestehen Kennziffern im Rating aus "Brüchen" -es bedarf daher sorgfältiger Überlegungen, welche Größen in Zähler und Nenner stehen. Notwendig ist auch, daß es eindeutig möglich ist festzulegen, ob ein "hoher',' Wert positiv oder negativ zu bewerten ist. Dies ist längst nicht bei allen Kenngrößen der Fall. Wie ist etwa ein hoher Anteil der "Abschlußkosten", die dem Unternehmen im Zusammenhang mit Vertragsabschlüssen gezahlt hat, an den verdienten Beiträgen eines Unternehmens zu interpretieren? 

Einerseits kann er darauf hindeuten, daß das Unternehmen vergleichsweise "üppige" Provisionen an seine Vermittler gezahlt hat; andererseits kann es bedeuten, daß das Unternehmen im Vergleich zu seinem Versichertenbestand ein besonders starkes Wachstum hatte,  während die Interessenten an einem Versicherungsvertrag der ersten Erklärung eher skeptisch gegenüber stehen würden, würden sie die der zweiten Begründung eher positiv bewerten.

Ausgewogene Balance zwischen Langfristigkeit und Aktualität:  

Ein Rating versucht Hilfestellungen für die Wahl des künftigen Krankenversicherers zu geben; es ist von seiner Zielsetzung her daher zukunftsorientiert. Die dem Rating zur Verfügung stehenden Kennziffern stammen hingegen notwendigerweise aus der Vergangenheit. Dies ist eine "natürliche Grenze" jedes Rating. 

Ein möglicher Ausweg könnte darin liegen, die Kennziffern nur der ganz "aktuellen" Jahre in das Rating einzubeziehen, weil hier am ehesten der Bezug zur Zukunft gegeben ist. Auf der anderen Seite ist dem Verbraucher mit einer nur wenige Jahre einbeziehenden "Momentaufnahme" nicht gedient, da kurzfristig wirkende Zufälligkeiten das Bild verzerren können. Notwendig erscheint daher ein Verfahren bei dem zwar eine längerfristige Kennziffernreihe in die Analyse einbezogen wird, die "aktuellen", wenig zurückliegenden, Jahre jedoch stärker bewertet werden, als bereits länger zurückliegende Jahre. Im Capital-Rating sind daher die 10 Jahre von 1986 bis einschließlich 1995 bewertet worden, wobei der jeweilige Rating-Wert eines Jahres mit den Beitragseinnahmen des Versicherers in diesem Jahr gewichtet wird. Da die Beitragseinnahmen in den aktuelleren Jahren schon alleine wegen der Inflation und der Ausgabendynamik im Gesundheitswesen in aller Regel größer als in länger zurückliegenden Jahren waren, bewirkt dies indirekt eine (wenn auch nicht sehr starke) größere Gewichtung der aktuellen Jahre.

Es muß einschränkend gesagt werden, daß im Capital-Rating Trendwenden unter Umständen nicht erkannt werden: Angenommen, ein Unternehmen würde etwa für die ersten sieben Jahre des 10-Jahres-Zeitraumes eher "schlechte" Kennziffern aufweisen,' für die letzten drei Jahre hingegen sehr gute Kennziffern, mit steigender Tendenz, wird es im Rating noch vergleichsweise schlecht dastehen. Würden die letzten Jahre stärker gewichtet (oder würde der Zeitraum des Ratings kürzer ge-wählt), ergäben sich vermutlich teilweise andere Rangreihenfolgen.

Mit der notwendigen Sorgfalt bei der Auswahl und Definition der Kriterien und ihrer Gewichtung sowie bei der Auswahl des Untersuchungszeitraumes und der Gewichtung der einzelnen Jahre gibt ein Rating Aufschluß über die relative Leistungsfähigkeit der einbezogenen Unternehmen in der Vergangenheit. Es erscheint allerdings notwendig, in aller Deutlichkeit auf dreierlei hinzuweisen:  

Erstens kann ein Unternehmens-Rating nicht mehr als Aufschluß über die Vergangenheit geben. Eine Gewißheit, daß ein "top" geranktes Unternehmen in den kommenden Jahrzehnten, während derer der Krankenversicherungsvertrag besteht, besser abschneidet als ein "bottom" geranktes Unternehmen gibt es angesichts dynamischer Märkte und eines sich stetig ändernden wirtschafts-, sozial- und gesundheitspolitischen Umfeldes nicht.  

In Deutschland haben wir, zweitens, eine funktionsfähige staatliche Versicherungs-aufsicht, deren Aufgabe es ist, frühzeitig Mißstände (gerade auch mit Blick auf den Verbraucherschutz) bei einzelnen Versicherem zu erkennen und auf ihre Beseiti-gung hinzuwirken. Sämtliche Versicherer, die der staatlichen Aufsicht unterliegen, sind daher grundsätzlich als "mindestens ausreichend" anzusehen. Eine Bewer-tung, nach der Versicherer, die in einem Rating schlecht abschneiden, "mangelhaft" wären, erscheint absolut unzulässig.  

Drittens berücksichtigt das Capital-Rating zentrale wirtschaftliche Sachverwalte. Weitere Kriterien, wie etwa der Service eines PKV-Unternehmens oder die Praxis seiner Leistungserstattung fließen nicht in die Beurteilung ein, sind aber sicherlich für die Beurteilung eines Unternehmens durch den Versicherungsinteressenten gleichwohl von Bedeutung.  

Es gilt daher, nicht nur die Chancen, die ein Rating bietet, zu nutzen, sondern auch, seine Grenzen realistisch einzuschätzen. 

Zur Auswahl der Kennzahlen für das Capital- Rating  

Der Verband der privaten Krankenversicherung hat im Jahre 1996 einen "Kennzahlenkatalog" mit insgesamt 14 wirtschaftlichen Kennzahlen vorgelegt. Dieser Katalog bietet eine gute Ausgangsposition für die Auswahl von Kennzahlen für ein Rating. In der jüngsten Vergangenheit veröffentliche andere Ratings über PKV-Unternehmen zeigen: Wer sich vorschnell von dem "Kennzahlenkatalog" entfernt und eigene Kennziffern "erfindet", läuft schnell Gefahr, Bewertungen zu treffen, die einer sorgfältigen Analyse nicht standhalten. An einigen Stellen würden ich andere Kennziffern- Formulierungen als die im PKV-Katalog für mindestens ebenso sachgerecht halten; das Rating hat jedoch bewußt darauf verzichtet, solche "neuen" Kennziffem zu verwenden. Nicht alle 14 Kennziffern des Kataloges der PKV-Verbandes sind allerdings für ein Rating geeignet. Wie bereits angesprochen, läßt sich etwa für die "Abschlußkostenquote" kaum sagen, ob denn ein "Mehr" notwendigerweise "schlechter" bedeutet. Vor dem Hintergrund dieser Überlegungen hatten wir im Jahr 1997 gestützt auf fünf Kennziffern aus dem Katalog des PKV-Verbandes ein Rating entwickelt. 

Im Anschluß an die Veröffentlichung dieses Ratings haben sich teilweise lebhafte Diskussionen mit den Unternehmen der privaten Krankenversicherung ergeben. Die Kritikpunkte, die an dem Rating geübt worden sind, haben daher zu einer Weiterentwicklung des Ra-tings in diesem Jahr geführt. Es muß allerdings auch darauf hingewiesen werden, daß auch in der Versicherungswirtschaft unter- schiedliche Auffassungen bei einzelnen Kennziffern bestehen - ein Rating, das rundum von allen Beteiligten als "richtig" eingeschätzt wird, wird sich daher kaum entwickeln lassen. 

So ist etwa zwischen den Unternehmen stark umstritten, inwieweit die "Verwaltungskostenquote", die wir nicht berücksichtigt haben, eine geeignete Kennziffer wäre.

Im Capital-Rating daher die folgenden vier Kennziffern für die Bewertung der PKV-Unternehmen ausgewählt worden: 

Nettoverzinsung 
Die Unternehmen erzielen insbesondere aus der Anlage der Alterungsrückstellungen, aber auch weiterer Mittel (etwa des Eigenkapitals), Zinsen auf den Kapitalmärkten. Die Nettoverzinsung stellt den Zinssatz dar, den ein Unternehmen aus der Bewirtschaftung seines Kapitalanlagebestandes in einem Jahr erzielen konnte. Diese Kennziffer erscheint insbesondere deswegen wichtig, weil die Unternehmen die Zinsen für die Zuführung zu den Alterungsrückstellungen, für zusätzliche Beitragsbegrenzungen anläßlich von Beitragsanpassungen, aber auch für Barausschüttungen an. leistungsfreie Versicherte verwenden können. Es ist vergleichsweise unumstritten, daß der Nettoverzinsung bei der Beurteilung der PKV-Unternehmen in einem Rating erhebliche Bedeutung zukommt. 

Versicherungsgeschäftliche Ergebnisquote 
Das "versicherungsgeschäftliche Ergebnis" ergibt sich durch Gegenüberstellung der Beitragseinnahmen des Versicherers (und der rechnungsmäßig einkalkulierten Zinsen auf die Alterungs- rückstellung) in einem Jahr mit seinen Aufwendungen für Versicherungsleistungen (einschließlich der Zuführung zur Alterungsrückstellung), Abschlußkosten und Verwaltungskosten in diesem Jahr. Ist das - versicherungsgeschäftliche Ergebnis negativ, haben die Beiträge nicht zur Finanzierung der Versicherungsleistungen und Kosten ausgereicht. Dies kann zwar Ergebnis zufälliger Entwicklung- en sein (wenn zum Beispiel die Arzt- oder Krankenhauskosten unerwartet stark gestiegen sind); 
es kann aber auch Ausdruck der Kalkulationspraxis der'Beiträge sein, bei der das Unternehmen (im Rahmen des rechtlich zulässigen Spielraumes) von vornherein "Verluste" im Versicherungsgeschäft in Kauf nimmt (die es aus den trotzdem zu erwartenden Zinsgewinnen ausgleicht), um mit einem günstig wirkenden Beitrag auf den Markt zu gehen. Wir haben es daher im Capital-Rating negativ bewertet, wenn die Kalkulation nicht ausgereicht hat und es positiv bewertet wenn sie ausgereicht hat.  

Zu betonen ist, daß es den Versicherungsunternehmen bis Mitte der neunziger Jahre vergleichsweise leicht möglich war, "Verluste" im Versicherungsgeschäft aus Zinsgewinnen auszugleichen. Dies ist aufgrund veränderter Kalkulationsvorschriften heute schwieriger möglich. Daher ist eine "Fortschreibung" der Trends der Vergangenheit an dieser Stelle sicherlich nicht ohne Einschränkungen möglich; vielmehr dürften "negative" Ergebnisse in Zukunft weiterhin abnehmen. 

Eigenkapitalguote 
Die Eigenkapitalquote setzt das vom Unternehmen gebildete Eigenkapital des Unternehmens in Relation zu seinen Beitragseinnahmen. Das Eigenkapital hat insbesondere die Funktion, Sicherheit zu geben, weil aus ihm möglicherweise entstehende Verluste finanziert werden können. Ein höheres Eigenkapital steht daher, unter sonst gleichen Umständen, für eine größere Wahrschein- lichkeit der Sicherheit - und wird im Rating daher positiv bewertet. Allerdings ist gerade bei dieser Kennziffer darauf aufmerksam zu machen, daß alle PKV-Unternehmen gesetzlich zur Bildung einer Mindesteigenkapitalquote verpflichtet sind, deren Einhaltung von der staatlichen Versicherungs- aufsicht überwacht wird. Alle im Capital-Rating untersuchten Unternehmen bilden deutlich mehr Eigenkapital als gesetzlich mindestens vorgeschrieben ist. 

Zu berücksichtigen ist, daß dem Eigenkapital je nach Untemehmensforrn, Konzerneinbindung, Kapitalanlagestrategie, Rückversicherung etc. eine unterschiedliche Bedeutung beigemessen werden kann. Auch nimmt der Nutzen zusätzlichen Eigenkapitals ab, insbesondere da es zu versteuern ist, also eine teure Form des Bildens zusätzlicher Sicherheit darstellt. Im Capital-Rating wird daher ein über 16 % hinausgehendes Eigenkapital (diese Grenze gilt für die Schadenver- sicherung) nicht stärker positiv bewertet.

RfB-Zuführungsquote 
Die RfB-Zuführungsquote setzt die Zuführung zur sogenannten "Rückstellung für erfolgsabhängige Beitragsrückerstattung" in Beziehung zu den Beitragseinnahmen der PKV-Unternehmen. Aufgrund gesetzlicher und aufsichtsbehördlicher Vorgaben müssen die PKV-Unternehmen "vorsichtig" kalkulieren, damit die langfristige Erfüllbarkeit der Verträge gesichert ist. Deswegen entstehen im Regelfall aber Überschüsse - insbesondere Zinsüberschüsse, da die Unternehmen das Ansparen der Alterungsrückstellungen nur mit maximal 3,5 % verzinsen dürfen, die tatsächlich am Kapitalmarkt erzielbaren Zinsen jedoch erheblich darüber liegen. Ein Teil dieser Zinsüberschüsse muß nicht in die Alterungsrückstellungen der Versicherten gegeben werden. Soweit diese Überschüsse an die Versicherten "zurückgegeben" werden, werden sie zunächst in die "Rückstellung für erfolgsabhängige Beitragsrückerstattung" (abgekürzt: RfB) eingestellt. Die Unternehmen können diese Mittel insbesondere zur Begrenzung von Beitragsanpassungen (in der Regel von älteren Versicherten) und zur Beitragsrückzahlungen an leistungsfrei gebliebene Versicherte verwenden. Die "RfB-Zuführungsquote" zeigt, wie hoch der Anteil der diesen Rück- stellungen in einem Jahr zugeführten Mittel an den Beitragseinnahmen des Unternehmens ist. 

Zu betonen ist, daß die RfB-Zuführungsquote nicht unabhängig von der Beitragshöhe ist: Wer höhere Beiträge erhebt, kann auch höhere Überschüsse erzielen. Zwar stehen die Beiträge auch im "Nenner" der Kennziffer, dennoch wird dieser Effekt dadurch nicht vermieden. Auch ergibt sich, wie gesehen, ein Zusammenhang mit der Nettoverzinsung: Wer eine höhere Nettoverzinsung erzielt, kann - unter sonst gleichen Umständen - auch mehr Mittel der RfB zuführen. 

Außerdem ist zu sagen, daß entsprechend den gesetzlichen Regelungen die Unternehmen weitere Mittel zur Begrenzung von Beitragsanpassungen der über 65jährigen zur Verfügung stellen, die hier nicht berücksichtigt sind.

Von den vier verwendeten Kennziffern erscheinen uns die Nettoverzinsung und die RfB-Zuführungsquote von vergleichsweise größerer Bedeutung - sie werden im Capital-Rating daher doppelt gewichtet. Es ist zu betonen, daß befanderer Gewichtung sich teilweise andere Ergebnisse des Rating ergeben, auch wenn der Effekt nicht sehr stark ist.

Zum Bewertungsverfahren des Capital-Ratining 
Im Capital-Rating wird für jede der vier Kennziffern die relative Position der eines Unternehmens im Vergleich zum Durchschnitt der in die Analyse einbezogenen Unternehmen bewertet - je weiter es vom Durchschnitt entfernt ist um so geringer seine Punktzahl. Dies wird dann über die vier Kennziffern zusammengefaßt.  

Es muß darauf hingewiesen werden, daß dieses Verfahren nicht unterscheidet, ob bei einer Kennziffer sämtliche Unternehmen nahe am Mittelwert liegen, oder ob sie vergleichsweise weit weg vom Mittelwert sind. Auch wenn in einer Kennziffer alle Un-temehmen nahezu gleich gut sind, werden in der Regel alle Wertungen von Ein- bis Fünf-Stern vergeben. Auch kann es aufgrund des gewählten mathematischen Verfahrens vorkommen, daß ein Unternehmen bei der zusammenfassenden Kennziffer besser oder schlechter als bei allen Einzelkennziffern erscheint. 

Abschließende Bemerkung 
Ratings von Versicherungsuntemehmen werden auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Es muß daher darauf ankommen, die Wissensgrundlagen für solche Ratings weiter zu vertiefen. Zu einigen wünschenswerten Bereichen können heute noch keine Kennziffern über einen längeren Zeitraum gebildet werden. Dies gilt etwa für die Versichertenwachstum, das der PKV-Kennzahlen-Katalog zwar enthält, für das für die Vergangenheit jedoch noch keine Daten vorliegen. Ratings und Rating-Verfahren müssen daher kontinuierlich weiterentwickelt werden. Alle Beteiligten sind aufgerufen, hieran mitzuwirken.

 
  CAPITAL-RATING - ERGEBNIS 03.03.98
 
Anzahl der bewerteten Gesellschaften:
27
Bilanzjahre: 
1987- 1996
Kennzahl: Gewichtungsfaktor
Eigenkapitalquote
01,00
RfB-Zuführungsquote 
02,00
Versicherungsgeschäftliche Ergebnisquote
01,00
Nettoverzinsung
02,00
Rating aus Capital vom 03.03.1998

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Vergleich 1997

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