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| Wer am Abschluß eines
Versicherungsvertrages mit einem Unternehmen der Privaten Krankenversicherung
(PKV) interessiert ist steht vor einer schwierigen Wahl: Mehr als 100 PKV-Unternehmen,
von denen knapp 50 bundesweit Versicherungsschutz anbieten, sind in Deutschland
tätig; sie bieten Tausende von einzelnen Tarifbausteinen zur Absicherung
der unterschiedlichen mit dem möglichen Eintritt von Krankheit und
Arbeitsunfähigkeit zusammen- hängenden finanziellen Risiken an.
Selbst Insidern aus den Unternehmen und Versicherungs- maklem fällt
es schwer, immer den Überblick zu behalten. Verbraucherinforrnationen,
die von unabhängigen Dritten, wie zum Beispiel Wirtschaftsmagazinen,
erstellt werden, nehmen daher eine wichtige Funktion war: Sie reduzieren
die Fülle der Informationen auf das Wesentliche, so daß dem
Verbraucher eine sachgerechte, nicht nur auf Zufallswissen gestützte,
Entscheidung erleichtert wird. |
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Bevor es zum Abschluß
eines Krankenversicherungsvertrages kommt sollte der Verbraucher sowohl
Informationen über die Krankenversicherungsprodukte als auch über
die Krankenversicherung- unternehmen verarbeitet haben:
Daß er Informationen
über Krankenversicherungsprodukte, also Tarife, benötigt, ist
unmittelbar einsichtig: Denn die Bedürfnisse der Verbraucher, sind
unterschiedlich, so daß für verschiedene Versicherungsinteressenten
ganz unterschiedliche Tarife interessant sein können - der eine ist
mehr an einem günstigen Beitrag, für den er eine medizinisch
ausreichende Versorgung haben möchte, interessiert, der andere zahlt
lieber etwas mehr, will dafür aber im Bedarfsfall auf jeden Fall eine
Spitzenversorgung von seiner Versicherung finanziert bekommen. Vergleichbare
Tarife unter- scheiden sich im Preis-Leistungs-Verhältnis zwischen
den einzelnen PKV-Unternehmen. Aus der Vielzahl der Produkte gilt es also
diejenigen auszuwählen, die den individuellen Bedürfnissen entsprechen
und zugleich ein günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis aufweisen. |
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Allerdings kann zur Beurteilung
des Preis-Leistungs-Verhältnisses nicht nur der momentane Beitrag
herangezogen werden. Denn dieser hängt auch vom Rhythmus der Beitragsanpassungen
ab, die die Krankenversicherungsunternehmen wegen der Kostensteigerungen
im Gesundheitswesen notwendigerweise vornehmen müssen. Vielmehr ist
eine langfristige Betrachtung notwendig. |
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Wegen der Notwendigkeit einer
langfristigen Betrachtung sollten in die Entscheidung des Versicherungsinteressenten
auch Informationen über Krankenversicherungsunternehmen einfließen.
Das Versicherungsverhältnis in der privaten Krankenversicherung ist
auf Langfristigkeit angelegt:
Der Beitrag, den jüngere
PKV-Versicherte zahlen, ist spürbar höher, als die Krankheits-
und Verwaltungskosten, die sie verursachen. Aus dem Unterschiedsbetrag
wird eine "Alterungsrückstellung" für den persönlichen Krankenversicherungsbeitrag
im Alter aufgebaut; die Versicherung wird also mit einem Ansparvorgang
verbunden. Diese Ersparnis geht verloren, wenn der Versicherte das Krankenversicherungsunternehmen
nach einigen Jahren wechseln will. Zudem wird das "neue" Unternehmen erneut
eine Gesundheitsprüfung vomehmen und für inzwischen eingetretene
Erkrankungen einen Risikozuschlag erheben wollen. Für ältere
Versicherte ist ein Wechsel des PKV-Unternehmens in den meisten Fällen
daher nur mit finanziellen Verlusten möglich. Der Versicherte bindet
sich daher in der Regel langfristig an sein Krankenversicherungs- unternehmen.
Deswegen erscheint es ausgesprochen sinnvoll, sich (neben der sicher im
Vorder- grund stehenden Orientierung an den Tarifen) auch einen Überblick
über die vergleichsweise Leistungsfähigkeit der PKV-Unternehmen
zu verschaffen. |
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Das Untemehmens-Rating, also
die vergleichende Bewertung zentraler wirtschaftlicher Sachverhalte der
Unternehmen, kann dem Versicherungsinteressenten Införmationen über
die vergleichsweise Leistungsfähigkeit der untersuchten Krankenversicherungsunternehmen
geben.
Wenn ein solches Rating brauchbare
Ergebnisse liefern soll, müssen allerdings (neben "selbstverständlichen"
Anforderungen wie Nachvollziehbarkeit und Genauigkeit des Ratings) insbesondere
zwei Voraussetzungen erfüllt sein: |
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Problemangemessene Auswahl
und Definition der Kennzahlen:
Die Bewertung der Unternehmen
erfolgt anhand von Kennziffern, die in aller Regel aus den veröffentlichten
Geschäftsberichten, der Bilanz oder der Gewinn- oder Verlustrechnung
der Unternehmen abgeleitet werden. Untemehmensinteme Kennziffern sind teilweise
sicherlich aussagekräftiger, stehen aber in aller Regel nicht für
die Öffentlichkeit zur Verfügung uns sind schwer miteinander
zu vergleichen. |
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Ein Rating führt nur
dann zu sinnvollen Ergebnissen, wenn die "richtigen" Kennziffern auswählt
werden. Häufig bestehen Kennziffern im Rating aus "Brüchen" -es
bedarf daher sorgfältiger Überlegungen, welche Größen
in Zähler und Nenner stehen. Notwendig ist auch, daß es eindeutig
möglich ist festzulegen, ob ein "hoher',' Wert positiv oder negativ
zu bewerten ist. Dies ist längst nicht bei allen Kenngrößen
der Fall. Wie ist etwa ein hoher Anteil der "Abschlußkosten", die
dem Unternehmen im Zusammenhang mit Vertragsabschlüssen gezahlt hat,
an den verdienten Beiträgen eines Unternehmens zu interpretieren?
Einerseits kann er darauf
hindeuten, daß das Unternehmen vergleichsweise "üppige" Provisionen
an seine Vermittler gezahlt hat; andererseits kann es bedeuten, daß
das Unternehmen im Vergleich zu seinem Versichertenbestand ein besonders
starkes Wachstum hatte, während die Interessenten an einem Versicherungsvertrag
der ersten Erklärung eher skeptisch gegenüber stehen würden,
würden sie die der zweiten Begründung eher positiv bewerten. |
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Ausgewogene Balance zwischen
Langfristigkeit und Aktualität:
Ein Rating versucht Hilfestellungen
für die Wahl des künftigen Krankenversicherers zu geben; es ist
von seiner Zielsetzung her daher zukunftsorientiert. Die dem Rating zur
Verfügung stehenden Kennziffern stammen hingegen notwendigerweise
aus der Vergangenheit. Dies ist eine "natürliche Grenze" jedes Rating.
Ein möglicher Ausweg
könnte darin liegen, die Kennziffern nur der ganz "aktuellen" Jahre
in das Rating einzubeziehen, weil hier am ehesten der Bezug zur Zukunft
gegeben ist. Auf der anderen Seite ist dem Verbraucher mit einer nur wenige
Jahre einbeziehenden "Momentaufnahme" nicht gedient, da kurzfristig wirkende
Zufälligkeiten das Bild verzerren können. Notwendig erscheint
daher ein Verfahren bei dem zwar eine längerfristige Kennziffernreihe
in die Analyse einbezogen wird, die "aktuellen", wenig zurückliegenden,
Jahre jedoch stärker bewertet werden, als bereits länger zurückliegende
Jahre. Im Capital-Rating sind daher die 10 Jahre von 1986 bis einschließlich
1995 bewertet worden, wobei der jeweilige Rating-Wert eines Jahres mit
den Beitragseinnahmen des Versicherers in diesem Jahr gewichtet wird. Da
die Beitragseinnahmen in den aktuelleren Jahren schon alleine wegen der
Inflation und der Ausgabendynamik im Gesundheitswesen in aller Regel größer
als in länger zurückliegenden Jahren waren, bewirkt dies indirekt
eine (wenn auch nicht sehr starke) größere Gewichtung der aktuellen
Jahre. |
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Es muß einschränkend
gesagt werden, daß im Capital-Rating Trendwenden unter Umständen
nicht erkannt werden: Angenommen, ein Unternehmen würde etwa für
die ersten sieben Jahre des 10-Jahres-Zeitraumes eher "schlechte" Kennziffern
aufweisen,' für die letzten drei Jahre hingegen sehr gute Kennziffern,
mit steigender Tendenz, wird es im Rating noch vergleichsweise schlecht
dastehen. Würden die letzten Jahre stärker gewichtet (oder würde
der Zeitraum des Ratings kürzer ge-wählt), ergäben sich
vermutlich teilweise andere Rangreihenfolgen. |
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Mit der notwendigen Sorgfalt
bei der Auswahl und Definition der Kriterien und ihrer Gewichtung sowie
bei der Auswahl des Untersuchungszeitraumes und der Gewichtung der einzelnen
Jahre gibt ein Rating Aufschluß über die relative Leistungsfähigkeit
der einbezogenen Unternehmen in der Vergangenheit. Es erscheint allerdings
notwendig, in aller Deutlichkeit auf dreierlei hinzuweisen:
Erstens kann ein Unternehmens-Rating
nicht mehr als Aufschluß über die Vergangenheit geben. Eine
Gewißheit, daß ein "top" geranktes Unternehmen in den kommenden
Jahrzehnten, während derer der Krankenversicherungsvertrag besteht,
besser abschneidet als ein "bottom" geranktes Unternehmen gibt es angesichts
dynamischer Märkte und eines sich stetig ändernden wirtschafts-,
sozial- und gesundheitspolitischen Umfeldes nicht.
In Deutschland haben wir,
zweitens, eine funktionsfähige staatliche Versicherungs-aufsicht,
deren Aufgabe es ist, frühzeitig Mißstände (gerade auch
mit Blick auf den Verbraucherschutz) bei einzelnen Versicherem zu erkennen
und auf ihre Beseiti-gung hinzuwirken. Sämtliche Versicherer, die
der staatlichen Aufsicht unterliegen, sind daher grundsätzlich als
"mindestens ausreichend" anzusehen. Eine Bewer-tung, nach der Versicherer,
die in einem Rating schlecht abschneiden, "mangelhaft" wären, erscheint
absolut unzulässig.
Drittens berücksichtigt
das Capital-Rating zentrale wirtschaftliche Sachverwalte. Weitere Kriterien,
wie etwa der Service eines PKV-Unternehmens oder die Praxis seiner Leistungserstattung
fließen nicht in die Beurteilung ein, sind aber sicherlich für
die Beurteilung eines Unternehmens durch den Versicherungsinteressenten
gleichwohl von Bedeutung.
Es gilt daher, nicht nur
die Chancen, die ein Rating bietet, zu nutzen, sondern auch, seine Grenzen
realistisch einzuschätzen. |
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Zur Auswahl der Kennzahlen
für das Capital- Rating
Der Verband der privaten
Krankenversicherung hat im Jahre 1996 einen "Kennzahlenkatalog" mit insgesamt
14 wirtschaftlichen Kennzahlen vorgelegt. Dieser Katalog bietet eine gute
Ausgangsposition für die Auswahl von Kennzahlen für ein Rating.
In der jüngsten Vergangenheit veröffentliche andere Ratings
über PKV-Unternehmen zeigen: Wer sich vorschnell von dem "Kennzahlenkatalog"
entfernt und eigene Kennziffern "erfindet", läuft schnell Gefahr,
Bewertungen zu treffen, die einer sorgfältigen Analyse nicht standhalten.
An einigen Stellen würden ich andere Kennziffern- Formulierungen als
die im PKV-Katalog für mindestens ebenso sachgerecht halten; das Rating
hat jedoch bewußt darauf verzichtet, solche "neuen" Kennziffem zu
verwenden. Nicht alle 14 Kennziffern des Kataloges der PKV-Verbandes sind
allerdings für ein Rating geeignet. Wie bereits angesprochen, läßt
sich etwa für die "Abschlußkostenquote" kaum sagen, ob denn
ein "Mehr" notwendigerweise "schlechter" bedeutet. Vor dem Hintergrund
dieser Überlegungen hatten wir im Jahr 1997 gestützt auf fünf
Kennziffern aus dem Katalog des PKV-Verbandes ein Rating entwickelt.
Im Anschluß an die
Veröffentlichung dieses Ratings haben sich teilweise lebhafte Diskussionen
mit den Unternehmen der privaten Krankenversicherung ergeben. Die Kritikpunkte,
die an dem Rating geübt worden sind, haben daher zu einer Weiterentwicklung
des Ra-tings in diesem Jahr geführt. Es muß allerdings auch
darauf hingewiesen werden, daß auch in der Versicherungswirtschaft
unter- schiedliche Auffassungen bei einzelnen Kennziffern bestehen - ein
Rating, das rundum von allen Beteiligten als "richtig" eingeschätzt
wird, wird sich daher kaum entwickeln lassen.
So ist etwa zwischen den
Unternehmen stark umstritten, inwieweit die "Verwaltungskostenquote", die
wir nicht berücksichtigt haben, eine geeignete Kennziffer wäre. |
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Im Capital-Rating daher die
folgenden vier Kennziffern für die Bewertung der PKV-Unternehmen ausgewählt
worden: |
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Nettoverzinsung:
Die Unternehmen erzielen
insbesondere aus der Anlage der Alterungsrückstellungen, aber auch
weiterer Mittel (etwa des Eigenkapitals), Zinsen auf den Kapitalmärkten.
Die Nettoverzinsung stellt den Zinssatz dar, den ein Unternehmen aus der
Bewirtschaftung seines Kapitalanlagebestandes in einem Jahr erzielen konnte.
Diese Kennziffer erscheint insbesondere deswegen wichtig, weil die Unternehmen
die Zinsen für die Zuführung zu den Alterungsrückstellungen,
für zusätzliche Beitragsbegrenzungen anläßlich von
Beitragsanpassungen, aber auch für Barausschüttungen an. leistungsfreie
Versicherte verwenden können. Es ist vergleichsweise unumstritten,
daß der Nettoverzinsung bei der Beurteilung der PKV-Unternehmen in
einem Rating erhebliche Bedeutung zukommt. |
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Versicherungsgeschäftliche
Ergebnisquote:
Das "versicherungsgeschäftliche
Ergebnis" ergibt sich durch Gegenüberstellung der Beitragseinnahmen
des Versicherers (und der rechnungsmäßig einkalkulierten Zinsen
auf die Alterungs- rückstellung) in einem Jahr mit seinen Aufwendungen
für Versicherungsleistungen (einschließlich der Zuführung
zur Alterungsrückstellung), Abschlußkosten und Verwaltungskosten
in diesem Jahr. Ist das - versicherungsgeschäftliche Ergebnis negativ,
haben die Beiträge nicht zur Finanzierung der Versicherungsleistungen
und Kosten ausgereicht. Dies kann zwar Ergebnis zufälliger Entwicklung-
en sein (wenn zum Beispiel die Arzt- oder Krankenhauskosten unerwartet
stark gestiegen sind);
es kann aber auch Ausdruck
der Kalkulationspraxis der'Beiträge sein, bei der das Unternehmen
(im Rahmen des rechtlich zulässigen Spielraumes) von vornherein "Verluste"
im Versicherungsgeschäft in Kauf nimmt (die es aus den trotzdem zu
erwartenden Zinsgewinnen ausgleicht), um mit einem günstig wirkenden
Beitrag auf den Markt zu gehen. Wir haben es daher im Capital-Rating negativ
bewertet, wenn die Kalkulation nicht ausgereicht hat und es positiv bewertet
wenn sie ausgereicht hat. |
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Zu betonen ist, daß
es den Versicherungsunternehmen bis Mitte der neunziger Jahre vergleichsweise
leicht möglich war, "Verluste" im Versicherungsgeschäft aus Zinsgewinnen
auszugleichen. Dies ist aufgrund veränderter Kalkulationsvorschriften
heute schwieriger möglich. Daher ist eine "Fortschreibung" der Trends
der Vergangenheit an dieser Stelle sicherlich nicht ohne Einschränkungen
möglich; vielmehr dürften "negative" Ergebnisse in Zukunft weiterhin
abnehmen. |
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Eigenkapitalguote:
Die Eigenkapitalquote setzt
das vom Unternehmen gebildete Eigenkapital des Unternehmens in Relation
zu seinen Beitragseinnahmen. Das Eigenkapital hat insbesondere die Funktion,
Sicherheit zu geben, weil aus ihm möglicherweise entstehende Verluste
finanziert werden können. Ein höheres Eigenkapital steht daher,
unter sonst gleichen Umständen, für eine größere Wahrschein-
lichkeit der Sicherheit - und wird im Rating daher positiv bewertet. Allerdings
ist gerade bei dieser Kennziffer darauf aufmerksam zu machen, daß
alle PKV-Unternehmen gesetzlich zur Bildung einer Mindesteigenkapitalquote
verpflichtet sind, deren Einhaltung von der staatlichen Versicherungs-
aufsicht überwacht wird. Alle im Capital-Rating untersuchten Unternehmen
bilden deutlich mehr Eigenkapital als gesetzlich mindestens vorgeschrieben
ist. |
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Zu berücksichtigen ist,
daß dem Eigenkapital je nach Untemehmensforrn, Konzerneinbindung,
Kapitalanlagestrategie, Rückversicherung etc. eine unterschiedliche
Bedeutung beigemessen werden kann. Auch nimmt der Nutzen zusätzlichen
Eigenkapitals ab, insbesondere da es zu versteuern ist, also eine teure
Form des Bildens zusätzlicher Sicherheit darstellt. Im Capital-Rating
wird daher ein über 16 % hinausgehendes Eigenkapital (diese Grenze
gilt für die Schadenver- sicherung) nicht stärker positiv bewertet. |
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RfB-Zuführungsquote:
Die RfB-Zuführungsquote
setzt die Zuführung zur sogenannten "Rückstellung für erfolgsabhängige
Beitragsrückerstattung" in Beziehung zu den Beitragseinnahmen der
PKV-Unternehmen. Aufgrund gesetzlicher und aufsichtsbehördlicher Vorgaben
müssen die PKV-Unternehmen "vorsichtig" kalkulieren, damit die langfristige
Erfüllbarkeit der Verträge gesichert ist. Deswegen entstehen
im Regelfall aber Überschüsse - insbesondere Zinsüberschüsse,
da die Unternehmen das Ansparen der Alterungsrückstellungen nur mit
maximal 3,5 % verzinsen dürfen, die tatsächlich am Kapitalmarkt
erzielbaren Zinsen jedoch erheblich darüber liegen. Ein Teil dieser
Zinsüberschüsse muß nicht in die Alterungsrückstellungen
der Versicherten gegeben werden. Soweit diese Überschüsse an
die Versicherten "zurückgegeben" werden, werden sie zunächst
in die "Rückstellung für erfolgsabhängige Beitragsrückerstattung"
(abgekürzt: RfB) eingestellt. Die Unternehmen können diese Mittel
insbesondere zur Begrenzung von Beitragsanpassungen (in der Regel von älteren
Versicherten) und zur Beitragsrückzahlungen an leistungsfrei gebliebene
Versicherte verwenden. Die "RfB-Zuführungsquote" zeigt, wie hoch der
Anteil der diesen Rück- stellungen in einem Jahr zugeführten
Mittel an den Beitragseinnahmen des Unternehmens ist. |
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Zu betonen ist, daß
die RfB-Zuführungsquote nicht unabhängig von der Beitragshöhe
ist: Wer höhere Beiträge erhebt, kann auch höhere Überschüsse
erzielen. Zwar stehen die Beiträge auch im "Nenner" der Kennziffer,
dennoch wird dieser Effekt dadurch nicht vermieden. Auch ergibt sich, wie
gesehen, ein Zusammenhang mit der Nettoverzinsung: Wer eine höhere
Nettoverzinsung erzielt, kann - unter sonst gleichen Umständen - auch
mehr Mittel der RfB zuführen. |
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Außerdem ist zu sagen,
daß entsprechend den gesetzlichen Regelungen die Unternehmen weitere
Mittel zur Begrenzung von Beitragsanpassungen der über 65jährigen
zur Verfügung stellen, die hier nicht berücksichtigt sind. |
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Von den vier verwendeten
Kennziffern erscheinen uns die Nettoverzinsung und die RfB-Zuführungsquote
von vergleichsweise größerer Bedeutung - sie werden im Capital-Rating
daher doppelt gewichtet. Es ist zu betonen, daß befanderer Gewichtung
sich teilweise andere Ergebnisse des Rating ergeben, auch wenn der Effekt
nicht sehr stark ist. |
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Zum Bewertungsverfahren
des Capital-Ratining
Im Capital-Rating wird für
jede der vier Kennziffern die relative Position der eines Unternehmens
im Vergleich zum Durchschnitt der in die Analyse einbezogenen Unternehmen
bewertet - je weiter es vom Durchschnitt entfernt ist um so geringer seine
Punktzahl. Dies wird dann über die vier Kennziffern zusammengefaßt. |
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Es muß darauf hingewiesen
werden, daß dieses Verfahren nicht unterscheidet, ob bei einer Kennziffer
sämtliche Unternehmen nahe am Mittelwert liegen, oder ob sie vergleichsweise
weit weg vom Mittelwert sind. Auch wenn in einer Kennziffer alle Un-temehmen
nahezu gleich gut sind, werden in der Regel alle Wertungen von Ein- bis
Fünf-Stern vergeben. Auch kann es aufgrund des gewählten mathematischen
Verfahrens vorkommen, daß ein Unternehmen bei der zusammenfassenden
Kennziffer besser oder schlechter als bei allen Einzelkennziffern erscheint. |
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Abschließende Bemerkung
Ratings von Versicherungsuntemehmen
werden auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Es muß daher
darauf ankommen, die Wissensgrundlagen für solche Ratings weiter zu
vertiefen. Zu einigen wünschenswerten Bereichen können heute
noch keine Kennziffern über einen längeren Zeitraum gebildet
werden. Dies gilt etwa für die Versichertenwachstum, das der PKV-Kennzahlen-Katalog
zwar enthält, für das für die Vergangenheit jedoch noch
keine Daten vorliegen. Ratings und Rating-Verfahren müssen daher kontinuierlich
weiterentwickelt werden. Alle Beteiligten sind aufgerufen, hieran mitzuwirken. |
CAPITAL-RATING - ERGEBNIS 03.03.98
| Anzahl der bewerteten Gesellschaften: |
27
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| Bilanzjahre: |
1987- 1996
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| Kennzahl: |
Gewichtungsfaktor |
| Eigenkapitalquote |
01,00
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| RfB-Zuführungsquote |
02,00
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| Versicherungsgeschäftliche Ergebnisquote |
01,00
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| Nettoverzinsung |
02,00
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Rating aus Capital vom 03.03.1998
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