Gesetzlich oder privat ?

    Gesetzliche Krankenversicherung (GKV)


    1. Beitragskalkulation nach dem Umlageverfahren ohne Bildung einer Rückstellung für das Alter

  1. Abhängigkeit vom demographischen Risiko und weiteren Faktoren wie z.B. Anzahl der beitragsfrei versicherten Familienmitgliedern.

  2. Die Beiträge für freiwillig Versicherte steigen automatisch mit Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze.

  3. Die Beitragssätze selbst werden stetig angepasst.

  4. Durch ein Umlageverfahren sind Versicherer von guten Risiken gezwungen, schwächere Versicherer mit weniger Einnahmen, mehr Alten(Kranken etc. zu stützen (zum Vorteil primär der AOK).

  5. Beiträge der freiwillig versicherten Rentner sind auf alle Einkommensarten zu zahlen (bis 1981 waren Sie beitragsfrei versichert). Dies wird voraussichtlich auch auf pflichtversicherte Rentner ausgedehnt.

  6. 2. Leistungen werden vom Gesetzgeber vorgeschrieben

  7. einheitliche Leistungskatalog

  8. Gesetzgeber kann diese ändern z.B.

  9. je nach Finanzlage der GKV

  10. Leistungen sind vertraglich garantiert In engen Grenzen Versuchsprojekte für alternative Leistungen (wenige Kassen). Versuchsprojekte von geringer Beitragsrückerstattung bei Nichtbeanspruchung laufen.

    Tendenz

  11. Grundversorgung

  12. weitere Leistungseinschränkungen

  13. Beitragssteigerungen sind allein aufgrund der demographischen Entwicklung zu erwarten.

  14. kostenpflichtige Versicherung von Familienangehörigen ist absehbar zu erwarten.

  15. Nach seriösen Hochrechnungen sind sehr erhebliche Beitragssteigerungen zu erwarten.


  16. Die Vorzüge der Privaten Krankenversicherung (PKV)


    1. Beitragskalkulation nach dem Kapitaldeckungsverfahren mit Bildung einer Alterungsrückstellung

  17. Unabhängigkeit vom demographischen Risiko. Beitragskalkulation erfolgt nach dem Eintrittsalter, Geschlecht, Art und Höhe des Versicherungsschutzes (Tarif).

  18. Die dauerhafte Erfüllbarkeit der Verträge ist gesetzlich geschützt.

  19. Senkung der Beiträge im Rentenalter durch zusätzliche Zuschreibung zur Alterungsrückstellung (gemäß §12a VAG).

  20. Standard-Tarif für Rentner:

    Dieser Tarif wurde den Leistungen der GKV 1994 Jahren den damaligen Leistungen der GKV nachempfunden, und bleibt auch so. Die Leistungen werden also immer noch weit besser sein, als die Leistungen der GKV bis dahin sind (sie werden ja immer weiter reduziert). Der Tarif hat die Garantie, dass die Beiträge nicht höher sind als der Höchstbeitrag der GKV!

    Dazu muss man 10 Jahre privat versichert sein, und in der Regel 65 sein; liegen Sie unter der aktuellen Versicherungspflicht- Grenze, auch schon mit 55 Jahren.

    * 10 % Altersrückstellung zur Beitragsdämpfung im Alter:

    Seit 1.1.2000 sind per Gesetz 10 % zusätzliche Beiträge zu erheben, um die Beiträge ab 65 zu dämpfen. Das Ziel ist, Beitragserhöhungen ab 65 zu verhindern, was unter Sicht der bisherigen Entwicklung realistisch erscheint.

    Erhoben werden 10 % für den ambulanten, Zahn- und Krankenhaus-Tarif, bei allen Personen zwischen 21 und 60 Jahren, (außer Studenten). Bei Angestellten trägt der Arbeitgeber auch davon die Hälfte, solange der durchschnittliche Höchstsatz der GKV nicht erreicht wird (derzeit 541,65 Euro).

    Umfangreicher Maßnahmekatalog zur Senkung der Beiträge im Alter, wie z.B. Limitierung bei Beitragsanpassungen, Beitragssenkungen speziell für Senioren, Beitragsrückerstattung auch für ältere Versicherte.

    2.Leistungen können bedarfsgerecht vereinbart werden

  21. individuelle Vertragsgestaltung ist möglich

  22. hervorragende Leistungen und individuelles Tarifangebot

  23. Die dauerhafte Erfüllbarkeit der Verträge ist gesetzlich geschützt.

  24. Leistungen sind unabhängig von gesetzgeberischen Eingriffen

  25. Beitragrückerstattung bei Nichtbeanspruchung möglich.

  26. Tendenz

  27. Veränderungen im Leistungsbereich nur durch gezielte Änderungen (Kundenwunsch).

  28. Lediglich die evt. Selbstbeteiligung wird allmählich etwas erhöht (statt einer sonst eventuell höheren Beitragserhöhung).

  29. Maßnahmen zur Bezahlbarkeit der Beiträge im Alter sind umgesetzt.

  30. Der Leistungsunterschied zwischen der GKV und PKV


    Stationäre Heilbehandlung:

  31. Unterkunft im nahe gelegenen, geeigneten, preisgünstigen Krankenhaus. Wählt der Versicherte ohne zwingenden Grund ein anderes Krankenhaus, können ihm die Mehrkosten in Rechnung gestellt werden. Nur allgemeine Krankenhausleistungen (Mehrbettzimmer, Belegarzt, diensthabender Arzt). Zuzahlung 10 Euro für 28 Tage pro Jahr. Bei Rehabilitation 10 Euro täglich, unbegrenzt.

  32. Arztbehandlung:

    Behandlung im gesetzlichen Rahmen der ausreichenden, zweckmäßigen und wirtschaftlichen Versorgung durch Ärzte mit Kassenzulassung. Pro Quartal 10 Euro Praxisgebühr bei Arzt und Psychotherapeut (außer bei Vorsorge und Schutzimpfungen). Bei Wechsel des Arztes bzw. direktem Besuch des Facharztes (ohne Überweisung) 10 Euro pro Behandlung.

  33. Vorsorgeuntersuchungen:

    Vorsorgeuntersuchung für Kinder zur Früherkennung von Krankheiten (U1-U8) bis zum 6. Lebensjahr. sowie eine Untersuchung nach Vollendung des 10. Lebensjahr. Nur wenige gezielte Untersuchungen für Erwachsene: Herz-, Kreislauf- und Nierenerkrankungen sowie Zuckerkrankheit ab dem 35. Lebensjahr alle 2 Jahre; Krebsvorsorge max. 1x jährlich (Frauen ab 20, Männer ab 45 Jahren). Als Vorsorge gegen Darmkrebs wird seit 1.10.2002 mit 55 und 65 Jahren eine Darmspiegelung übernommen.

  34. Fahrtkosten:

    Im Allgemeinen keine Leistung, außer in bestimmten Härtefällen.

  35. Hilfsmittel:

    Keine Leistungen mehr für Sehhilfen. Außer bei schwer sehbehinderten Kindern. Zuzahlung zu Bandagen, Einlagen und Hilfsmitteln zur Kompressionstherapie 10%, mindestens 5 Euro, maximal 10 Euro.

  36. Arznei- und Verbandmittel:

    Selbstbeteiligung 10 %, mindestens 5 Euro, maximal 10 Euro. Nicht verschreibungspflichtige Medikamente werden nicht gezahlt, außer bei Kindern bis 12, Jugendlichen mit Entwicklungsstörungen und schwerwiegenden Erkrankungen.

  37. Heilmittel:

    10% Eigenbeteiligung der Behandlungskosten, sowie 10 Euro Gebühr je Verordnung.

  38. Heilpraktiker:

    Keine Leistungen.

  39. Zahnbehandlung:

    Normalübliche Füllungen, meist mit Amalgam. Keine Leistung bzw. geringe Zuschüsse für aufwendige Füllungen wie z.B. Gold, Kunststoff, Keramik. 10 Euro Praxisgebühr pro Quartal.

  40. Zahnersatz:

  41. Leistung auf kassenüblicher Basis:

    Ohne Vorsorge 50 %, regelm. Vorsorge in letzten 5 Jahren 60 %, 10 Jahre Vorsorge 65 %. Bei hochwertigem Zahnersatz oft nur ca. 30-40 % vom Rechnungsbetrag. Ab 1.1.2005 keine Standardleistung mehr, wird durch einen obligatorischen Zusatztarif abgedeckt, den der Arbeitgeber nicht mitfinanziert. Die genauen Leistungen sind abzuwarten. Es gibt dazu Kooperationen mit der privaten Krankenversicherung.

  42. Kieferorthopädie (Zahn- u. Kieferregulierung):

    80 % Leistung, ab 2.Kind 90 %. Bei erfolgreichem Abschluss Erstattung der Selbstbeteiligung. Keine Erstattung für Erwachsene.

  43. Krankentagegeld: 70% des Bruttogehalts, jedoch max. 90% des Nettoeinkommens, bei Berücksichtigung der Beitragsbemessungsgrenze: Max. 80,50 Euro (2004). A-Nehmer-Anteil zur Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung wird abgezogen. Leistungsdauer max. 78 Wochen (bei gleicher Krankheit innerhalb von 3 Jahren). Selbständige können Tagegeld nach 6 oder (meist) 3 Wochen wählen, oder darauf verzichten. Ab 1.1.2006 kostet dies einen Sonderbeitrag von 0,5 % des mtl. Bruttoeinkommens.

    Private Krankenversicherung (PKV)

    Stationäre Heilbehandlung:

    Freie Wahl unter allen öffentlichen und privaten Krankenhäusern. Je nach Tarif Unterbringung im Ein-, Zwei- oder Mehrbettzimmer, freie Arztwahl.

    Gewöhnlich keine Zuzahlung.

    Arztbehandlung:

    Behandlung durch alle niedergelassenen Ärzte und Zahnärzte, auch ohne Kassenzulassung. Wechsel jederzeit ohne Überweisung möglich (außer bei sogenannten Hausarzt-Tarifen, die es seit neuerem gibt). Keine Praxisgebühr.

    Vorsorgeuntersuchungen:

    Ambulante Vorsorgeuntersuchungen zur Frühdiagnostik von Krankheiten, bei Erwachsenen und Kindern. Oft auch außerhalb der gesetzlich eingeführten Programme.

    Auf jeden Fall ohne die dort vorgesehenen Alters- und Zeitgrenzen. Bei medizinischer Notwendigkeit z.T. auch stationär.

    Fahrtkosten:

    Ambulant ggf. bei Gehunfähigkeit bzw. in Notfällen.

    Stationär: Meist zum und vom nächstgelegenen geeigneten Krankenhaus (z.T. auf 100 km Entfernung begrenzt).

    Hilfsmittel:

    Ohne tariflich festgelegte Höchstsätze, jedoch keine Luxusausführung; keine Festbeträge. Zuschuss Brillenfassung z.B. 110,- Euro, je nach Gesellschaft. Kontaktlinsen oft wahlweise statt Brille, oder analoger Zuschuss. Eigenbeteiligung bei orthopädischen Schuhen und Rollstühlen üblich.

    Arznei- und Verbandmittel:

    Keine zusätzliche Selbstbeteiligung, Erstattung in tariflich gewählter Höhe.

    Heilmittel:

    Erstattung in tariflich gewählter Höhe, abgesehen von jährlicher Selbstbeteiligung gewöhnlich keine Zuzahlungen.

    Heilpraktiker:

    Je nach Versicherer und Tarif:

    Ggf. bis zum Höchstbetrag des Gebührenverzeichnisses für Heilpraktiker, z.T. auch für ungewöhnliche Behandlungs- und Diagnostikmethoden.

    Keine Beschränkung auf einfache Versorgungsformen, Amalgam durch bessere Materialien vermeidbar. Erstattung je nach Tarif bis zu 100 %.

    Zahnersatz:

    Keine Beschränkung auf einfache Versorgungsformen. Zahntechnische Leistungen in Höhe der tatsächlich entstandenen angemessenen Kosten. Erstattung in tariflich gewählter Höhe, je nach Tarif meist 75 - 80 %, z.T. bis 90 %.

    Meist Begrenzungen für Zahnersatz (u. Kieferorthopädie) in den ersten 2 - 3 Jahren, bei manchen Versicherern länger. Kieferorthopädie meist in der Höhe wie für Zahnersatz, meist 75 - 80 %. Z.T. höher.

    Bei medizinischer Notwendigkeit auch für Erwachsene (z.B. nach Unfall).

    Krankentagegeld:

    Individuelle Absicherung des monatlichen Bedarfs bis zum vollen Nettoeinkommen.

    Wegfall A-Geber-Zuschuss zur Kranken- und Rentenversicherung zusätzlich abdeckbar. Unbegrenzt, bis zum Eintritt der Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit (dann Übergangszeit von meist 3 Monaten).

    Selbständige können Tagegeld ab dem 4.Tag, 8.Tag, 15., 22., 29., 43.Tag etc. versichern, nach Bedarf. Angestellte ab 43.Tag oder später, je nach Bedarf.

    Die Leistungsentwicklung seit 1982


    Gesetzliche Krankenversicherung (GKV)

    (1982 +1984)

  44. Minderung der Zahnersatzleistungen. keine Leistungsveränderung, unveränderte Leistungen

  45. Erhöhung der Zuzahlungen für Arznei-, Heil- und Hilfsmittel.

  46. Einführung des Eigenanteils bei Kranken- hausaufenthalten.

  47. Umfassendere Beitragsbemessung (z.B. einschl. Weihnachtsgeld).

    Gesundheitsreformgesetz per 1.1.1989

  48. Einführung von Festbeträgen und Erhöhung der Zuzahlungen für Arzneimittel ohne Festbetrag.

  49. Zuschuss für Brillengestelle 20 DM, Gläser nur bei Änderung um mind. 0,5 Dioptrien.

  50. Zahnersatz Kürzung auf 40% bis max. 65% (bei regelmäßiger Prophylaxe = Bonusheft).

  51. Sterbegeld wird für Neumitglieder gestrichen, Bestand Kürzung.

  52. Keine Leistungen mehr für Fahrtkosten zur ambulanten Behandlung, nur Rettungs- fahrten, zur stationären Behandlung 20 DM Eigenanteil.

  53. Keine Erstattung von ausländischen Arztrechnungen.

    Gesundheitsreform per 1.1.1993

  54. Zuzahlung von Arznei- und Verbandmitteln werden preisbezogen:

    bis 30 DM = 3 DM,
    bis 50 DM = 5 DM,
    über 50 DM = 7 DM.

  55. Erhöhung der Zuzahlung bei Krankenhausaufenthalt auf 11 DM/Tag bis 14 Tage.

  56. Keine Leistung für Kieferorthopädie für Erwachsene

  57. Keine Leistung für aus GKV-Sicht zahnmedizinisch umstrittene und unnötig aufwendige prothetische Leistungen (z.B. Brücke nur noch zum Ersatz von bis zu 3 Zähnen)

    1994

  58. Zuzahlung zu Arznei- Verbandsmitteln wird packungsgrößenbezogen: kleine Packung=4 DM, mittlere Packung = 6 DM, große Packung =8 DM.

  59. Erhöhungen der Zuzahlung bei Krankenhausaufenthalt auf 12 DM/Tag bis 14 Tage.

    Beitragsentlastungsgesetz per 1.1.1997

  60. Erhöhung der Zuzahlung zu Arznei und Verbandmitteln auf: kleine Packung=4 DM, mittlere Packung= 6 DM, große Packung=8 DM

  61. Kein Zuschuss mehr zu Brillengestellen. .

  62. Kürzung d Krankentagegeldes auf 70% des Brutto bis max. 90% vom Nettoeinkommen

  63. Keine Zahnersatzleistungen mehr für Kinder und Jugendliche, die nach dem 31.12.1978 geboren sind (außer z.B. Unfällen). - Später wieder aufgehoben. -

    1. und 2. NOG per 1.7.1997

  64. Erhöhung der Zuzahlungen bei Arzneimitteln je nach Packungsgröße: 9 DM, 11 DM oder 13 DM, Krankenhausaufenthalt 17 DM (West) bzw. 14 DM (Ost), Verbandmittel 9 DM, Fahrtkosten 25 DM, Heilmittel 15%, kleine Hilfsmittel 20%.

  65. Weitere Erhöhung der Zuzahlungen individuell je Krankenkasse bei Erhöhung des Beitragssatzes (+ 0,1 Prozentpunkt Beitragssatz = + 1 DM bzw. 1 % Punkt Erhöhung der Zuzahlungen).

  66. Zuzahlungsbeiträge werden ab 1.7.1999 entsprechend der Entwicklung der Bezugsgröße angepasst.

  67. Einführung eines Festzuschusses und Kostenerstattung für Zahnersatz, bis dahin Kürzung des Kassenzuschusses um 5 Prozentpunkte.

    2004

    Erhöhung der Zuzahlung in vielen Bereichen auf 10 %, zwischen 5 und 10 Euro. Einführung von Praxisgebühren. Streichung von Leistungen für Sehhilfen, und von nicht verordnungspflichtigen Medikamenten.

    Bereits festgeschriebene künftige Änderungen:

    2005

    Zahnersatz wird als Standardleistung entnommen. Kostet eigenen Beitrag, ohne Arbeitgeberbeteiligung.

    2006

    Das Krankentagegeld kostet einen Sonderbeitrag von 0,5%.

    Weiter:

  68. Die Problematik für die Zukunft der GKV-Versicherten ist klar:

    Es gibt in der gesetzlichen Kranken- versicherung keine Leistungsstabilität.

    Private Krankenversicherung (PKV)


    1982 + 1984:

    keine Leistungsveränderung, unveränderte Leistungen

    Gesundheitsreformgesetz per 1.1.1989

    keine Leistungsveränderung, unveränderte Leistungen

    Gesundheitsreform per 1.1.1993

    keine Leistungsveränderung, unveränderte Leistungen

    Beitragsentlastungsgesetz per 1.1.1997

    keine Leistungsveränderung, unveränderte Leistungen

    1. und 2. NOG per 1.7.1997