Kostenerstattung private Krankenversicherung

    Kostenerstattung in der privaten Krankenversicherung

    Wie kommen Sie in der privaten Krankenversicherung nun an Ihr Geld?

    Anders als in der gesetzlichen Kasse wird bei Privatpatienten nicht mit der Chipkarte gearbeitet. Zwar haben die meisten privaten Krankenversicherungen auch eine Karte. Diese dient jedoch hauptsächlich zum Nachweis, dass man privat versichert ist, und welchen Schutz man hat (besonders im Krankenhaus). Der Chip ist lediglich Träger der allgemeinen Daten, wie Name, Adresse, Geburtsdatum, Krankenversicherung. Dies kann der Arzt z.B. nutzen für die Erstellung von Verordnungen.

    Grundsätzlich läuft es so:

    Sie gehen zum Arzt, Zahnarzt oder Heilpraktiker, weisen vor, dass Sie privat versichert sind, und lassen sich entsprechend behandeln. Nach einigen Wochen (2 und mehr Wochen sind normal, je nachdem, wie zügig der Behandler sich darum kümmert) erhalten Sie die Rechnung zugesandt. Meist hat man 2-3 Wochen Zeit, diese zu bezahlen. Sie bezahlen diese entweder gleich, oder reichen sie gegebenenfalls umgehend an Ihre Krankenversicherung ein. Die meisten Gesellschaften überweisen auch innerhalb von ca. 2 Wochen die Versicherungsleistung auf Ihr Konto (nicht an den Arzt). Sie können Ihre Zahlung an den Behandler auch erst dann vornehmen, so tritt gar keine Vorleistung auf. Nur im Falle von Medikamenten, Binden etc., Brille, anderen Hilfsmitteln ist das nicht zu vermeiden.

    An Selbstbeteiligung und Beitragsrückerstattung denken:

    Wenn Sie eine feste Selbstbeteiligung haben (keine prozentuale Erstattung), die noch nicht überschritten ist, reichen Sie die Rechnung oder sonstigen Belege noch nicht ein. Auch sollten Sie bedenken, dass die Beitragsrückerstattung bei Nichtbeanspruchung von Leistungen evt. deutlich höher sein kann, als eine relativ kleine Leistungserstattung. In diesen Fällen ist es ja auch in Ihrem Sinne, dass Sie in Vorleistung gehen, und die Rechnungseinreichung bewusst steuern. Solange es also relativ geringe Beträge sind, sollten Sie die Behandler bezahlen, und die Rechnungen und Belege erstmal sammeln. Lohnt sich das Einreichen später doch noch, senden Sie alles zusammen an den Versicherer. Bis in den ersten 3 Monaten des Folgejahres können Sie die Rechnungen eines Jahres noch einreichen. Es besteht also keine Zeitnot.

    Krankenhaus-Rechnungen:

    Die Rechnung für die Unterbringung im Krankenhaus wird gewöhnlich direkt an die Krankenversicherung gesandt, und diese zahlt dann auch direkt an die Krankenhaus-Verwaltung. Sie selbst bekommen nur ein Duplikat zu Ihrer Kenntnis. Hier tritt die Karte des Versicherers besonders in Aktion. Sie wird ja auch "Klinik-Card" genannt. Weisen Sie im Krankenhaus die Karte vor, sieht die Verwaltung gleich, was Sache ist. Eine Vorauszahlung (wie es gelegentlich verlangt wird) entfällt, die Rechnung wird gleich an den Krankenversicherer gesandt.

    Die Arztrechnungen aus dem Krankenhaus gehen aber an Sie, wie sonst auch. Bei besonders hohen Rechnungen können Sie den Versicherer auch mal bitten, direkt an den Rechnungsaussteller zu zahlen. (Wenn keine Selbstbeteiligung anfällt, macht das Sinn.) Das sollten Ausnahmen sein.

    Allgemeiner Hinweis:

    Bitte reichen Sie immer die Original-Belege ein, keine Duplikate - außer, es wäre wirklich mal das Original verloren gegangen, dann schreiben Sie es dazu.

    Beihilfeberechtigte reichen dagegen die Original-Belege erst der Beihilfestelle ein, und erhalten dann Duplikate/Kopien mit dem Erstattungsvermerk der Beihilfe zurück - dies wird dann an die private Krankenversicherung gegeben.

    Rezepte/Verordnungen bitte zusammen mit der entsprechenden Arztrechnung einreichen, weil sonst der Anlass nicht nachvollziehbar wäre.

    Die Zuordnung von Rechnungen erfolgt immer abhängig vom Tag der Behandlung - das Datum der Rechnungstellung spielt keine Rolle. Beachten Sie dies im Hinblick auf die Selbstbeteiligung, und die Beitragsrückerstattung.

    Krankentagegeld:

    Bitte melden Sie eine Arbeitsunfähigkeit umgehend, bzw. spätestens dann, wenn die Leistungen einsetzen würden. Achten Sie auf die Regeln in den Bedingungen Ihres Versicherers. Die Arbeitsunfähigkeit ist dann in regelmäßigen Abständen, wie es in den Bedingungen steht, durch Attest des Behandlers nachzuweisen. Der Versicherer stellt dazu eine sogenannte Pendelliste zur Verfügung. Geleistet wird immer für die zurückliegende Zeit der ordnungsgemäß nachgewiesenen Arbeitsunfähigkeit.