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Anbieter-Check
Mit dem anerkannten Gesundheitsökonom Professor Jürgen Wasem und
den Softwarehäusern CIB, München, und Morgen & Morgen, Hofheim,
erarbeitete Capital das Unternehmens-Rating. Ihm liegen fünf der 14
Kennzahlen zugrunde, die der Verband der privaten Krankenversicherung entwickelt
hat. Die Kennzahlen fließen - ihrer Bedeutung entsprechend unterschiedlich
gewichtet in den Vergleich ein. Das mathematische Verfahren stammt von Morgen &
Morgen. In die Untersuchung wurden die Jahresabschlüsse 1986 bis 1995 der
Versicherungen einbezogen. Die fünf Kennzahlen lauten:
Eigenkapital
Private Krankenversicherer sind gesetzlich zum Halten von Eigenmitteln
verpflichtet. Dieses Kapital gilt als eine Art letzte Reserve für Verluste.
Ins Capital-Urteil fließt die Eigenkapitalquote mit einfachem Gewicht ein.
Rückstellungen
Zugunsten ihrer Kundschaft bilden Krankenversicherer sogenannte Rückstellungen
für Beitragsrückerstattungen. Sie dienen dazu, fällige Prämienerhöhungen
zu mildern. Mitunter werden sie auch für Barausschüttungen an Kunden
genutzt, die eine Zeit lang keine Rechnungen zur Erstattung eingereicht haben.
Entsprechend ihrer Bedeutung gewichtet Capital die Rückstellungen im
Gesamturteil doppelt.
Überschüsse
Die Überschußverwendungsquote zeigt an, wie stark der jeweilige
Krankenversicherer seine Kunden am wirtschaftlichen Gesamterfolg beteiligt.
Capital gewichtet diese Größe einfach. |

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Verzinsung
Wie gut der Versicherer die Kundengelder am Kapitalmarkt anlegt, läßt
sich an der Nettoverzinsung ablesen. Sie berücksichtigt sämtliche
Aufwendungen und Erträge, die ein Krankenversicherer beim Managen der
Kapitalanlagen verbucht. Die Nettoverzinsung geht doppelt gewichtet ins
Unternehmensurteil ein.
Versicherungsgeschäft
Die Versicherungsgeschäftliche Ergebnisquote ermöglicht einen Überblick
über die zu regulierenden Schäden und die damit verbundenen Kosten -
inklusive Abschlußkosten. Sie gibt Aufschluß, ob Prämien so
kalkuliert sind, daß sie die Aufwendungen decken. Doppeltes Gewicht.
Capital-Urteil
Die Unternehmen sind in fünf Klassen eingeteilt - und dabei jeweils
alphabetisch geordnet. Die Kernaussage: Bei Unternehmen, die im Gesamtergebnis überdurchschnittlich
abschneiden, also fünf oder vier Sterne erhalten, ist die
Wahrscheinlichkeit höher, daß es sich um solide Gesellschaften
handelt. Sie dürften künftige Kostensteigerungen besser in den Griff
bekommen als Drei-, Zwei- oder Ein-Sterne-Versicherer.
Newcomer
Generell bewertete Capital nur Unternehmen, die älter als zehn Jahre
sind. Bei jüngeren Gesellschaften wie Huk-Coburg und Mannheimer würde
ein solcher Vergleich zu falschen Schlußfolgerungen führen. Beispiel
Eigenkapitalquote: Sie würde Jahr zu Jahr sinken. Nicht, weil das
Eigenkapital beider Unternehmen schmilzt, sondern vor allem wegen der sich ändernden
Bezugsgröße im Nenner - der verdienten Bruttobeiträge, die bei
den beiden genannten Unternehmen geradezu rasant steigen. |